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Paywalls: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Mauer aus Ziegelsteinen (Public Domain CC0)

Seit einiger Zeit greift die Unsitte der Paywalls immer mehr um sich. Paywalls sind Funktionen bei den Internetauftritten bestimmter Medien, die den Zugriff sperren und die Einsichtnahme nur gegen Geld (z.B. in Form eines Abonnements) erlauben. So versuchen Zeitungen, die ihren Lesern bislang die Möglichkeit gegeben hatten, ihre Texte online und ohne Bezahlung zu lesen, Erlöse zu erzielen.

In Leverkusen wird diese Methode vom Kölner Stadt-Anzeiger (bzw. Leverkusener Anzeiger) aus dem Verlag M. DuMont Schauberg eingesetzt. Die Paywall sperrt hier jeden Monat nach sieben gelesenen Artikel den vollen Zugang zeigt nur noch die Einleitung des Artikels an. Für die Freischaltung des Artikels soll ein Abonnement abgeschlossen werden, worauf ein großes Fenster hinweist. Dadurch erhofft sich der Verlag Geld.

Paywall des Kölner Stadt-Anzeigers (Screenshot)
Paywall des Kölner Stadt-Anzeigers

Ob dies erfolgversprechend ist, darf bezweifelt werden. Die Umsatzaussichten sind eher bescheiden. So rechnet der Geschäftsführer der DuMont Net GmbH damit, dass nur maximal ein Prozent der Besucher bezahlen wird. Spannend wird sein, ob und wann der Verlag Zahlen dazu vorlegt, wie viele Leser tatsächlich das gewünschte Abonnement abgeschlossen und wie viele die Seite wegen der Paywall direkt wieder verlassen haben – ohne zu zahlen natürlich.
Bisher setzt DuMont die Paywall nur bei seinem Flagschiff ein. Die Websites von Express und Kölnische Rundschau/Bergische Landeszeitung sind (noch) nicht davon betroffen. Auch die ebenfalls in Leverkusen aktive Rheinische Post setzt derzeit keine Paywall ein.

Geh mir nicht auf den Keks

Wie aber funktioniert die Paywall? Bei jedem Besuch auf der Website des Stadt-Anzeigers wird ein so genanntes HTTP-Cookie gespeichert. In diesem werden Monat und Anzahl der gelesenen Artikel hinterlegt. Zu Beginn des folgenden Monats wird wieder von vorne gezählt. Aufgrund dieser Funktionsweise ergibt sich jedoch eine Hintertür: Wenn man die Cookies von ksta.de löscht, kann man die Website wieder vollständig betrachten. Das gleiche gilt, wenn man im privaten Modus des Browsers unterwegs ist, weil hier erst gar keine Cookies gespeichert werden. Dieser Modus heißt je nach verwendetem Browser anders: Bei Mozilla Firefox heißt er Privater Modus, bei Google Chrome heißt er Incognito-Modus, bei Apples Safari heißt er Privates Surfen und beim Microsoft Internet Explorer heißt er InPrivate.

Sempervideo demonstriert dies in folgendem Video:

Die Piratenpartei setzt sich für einen freien Zugang zu Bildung und Information und die Steigerung der Medienkompentenz ein.

Klarmachen zum Ändern!

Pirat aus Leverkusen-Quettingen, der sich aufs Neuland freut. 2017 Direktkandidat für den Landtag. Nebenbei auch ehemaliger Presse-Bespaßer des Leverkusener Piratenbüros. Beruflich Altenpfleger, Qualitätsbeauftragter und EDV-Betreuer. Nebenher langjähriger Schreiberling einer Musik-Website, daher auch redaktionelle Erfahrungen. Politisch nach rot-grüner Sozialisation seit Usenet-Zeiten zunehmend netzaffin geworden und seit 2012 Pirat.