Gesellschaft Veranstaltung

#IDP13: Bibbern gegen Überwachung

Transparent auf dem #IDP13 (by @delaroche3)

Samstag, der 23. Februar 2013, internationaler Tag der Privatsphäre: Privacy is not a crime

Bei der von Anonymous ins Leben gerufenen Demonstration kamen knapp 100 unentwegte Freiheitsverteidiger aus Köln und der Region und ließen sich auch von steifer Brise und Schneeflocken nicht einschüchtern. Es war wieder verdammt kalt auf dem Roncalliplatz, gleich neben dem am Kölner Dom.

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Unter den wachsamen Augen der Videoüberwachung entrollten Anons, Piraten und Linke ihre Transparente, um sie tapfer gegen den Wind zu verteidigen. Obwohl sich witterungsbedingt manche Hand in den Jackentaschen versteckte, konnten zahlreiche Flyer zu INDECT, Bundestrojaner und Vorratsdatenspeicherung verteilt werden. Mit Fragen wie „Haben Sie etwas zu verbergen?“ hatte kaum jemand gerechnet. So gab es schnell Diskussionen mit interessierten Bürgern, denen Projekte wie IPRED oder TAFTA oft noch unbekannt waren.

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Dank der Kölner Piraten gab es sogar einen Verstärker für die wichtige Botschaft. Markus Bahrenhoff aus dem Bundesvorstand der Piratenpartei war eingeladen worden, um mit einer kurzen Rede auf die Gefahren für die Privatsphäre hinzuweisen. Natürlich blieb das Mikrofon nicht nur Piraten vorbehalten, denn jeder Aktivist, der wollte, konnte seine Themen vorbringen. „Heute sind wir alle Anons“.

Fast so knackig wie die Kälte waren die Slogans: „Videoüberwachung – billiger als Gefängnisse, beliebter als erschießen“, „Ich habe etwas zu verbergen“, „Indect bedeutet den Verlust der Privatsphäre in der Öffentlichkeit“ oder „Zensur ist Scheiße“ war zu lesen. Und natürlich ließ sich der Klassiker „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit raubt“ gut gemeinsam schreien.

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Um nicht ganz festzufrieren, marschierte das bunte Trüppchen einmal um das Römisch-Germanische Museum herum und ließ sich dabei von fünf Polizisten wachsam begleiten. Obwohl sich vielleicht manch Nostalgiker einen wärmenden Molotov-Cocktail gegen den Frost gewünscht hätte, blieb die Demonstration natürlich vollkommen friedlich. Die von der Politik vorgeschobenen Gründe, die Privatsphäre einzuschränken und überall nutzlose Überwachung zu installieren, sind eben vor allem vorgeschoben.

Pirat aus Leverkusen-Quettingen, der sich aufs Neuland freut. 2017 Direktkandidat für den Landtag. Nebenbei auch ehemaliger Presse-Bespaßer des Leverkusener Piratenbüros. Beruflich Altenpfleger, Qualitätsbeauftragter und EDV-Betreuer. Nebenher langjähriger Schreiberling einer Musik-Website, daher auch redaktionelle Erfahrungen. Politisch nach rot-grüner Sozialisation seit Usenet-Zeiten zunehmend netzaffin geworden und seit 2012 Pirat.